Restaurant Brunegg

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Restaurant Brunegg

Brunaustrasse 61

8002 Zürich

 

Tel: 043 222 48 66

Fax: 043 222 48 07

Brunegg

Im Zeichen der Rösti

Zürich geht aus 2008/2009

Ecklokale wie das «Brunegg» haben einfach etwas Gemütliches an sich. Alles wirkt geräumiger, als es eigentlich ist; man fühlt sich geborgen und gehört für ein, zwei Stunden zu einer grossen Geniesserfamilie. Welche von Mirjam Kälin, der routinierten Gastgeberin, freundlich begrüsst, bewirtet, beraten und irgendwann auch wieder verabschiedet wird. Das mit der Beratung freilich ist ein bisschen zu relativieren denn die meisten Gäste bestellen anscheinend eh nur das, was es hier wohl schon seit Anbeginn der gastronomischen Zeiten zu essen gibt. Klassiker wie den Blattsalat mit zwei unterschiedlichen Dressings aus der Bügelflasche (Fr 9.50), die Kalbsleberli «Brunegg» (Fr. 33.-) oder braune Mousse aus Tobleroneschoggi (Fr. 12.50). Weil Küchenchef Philipp Stalder im ganzen Quartier - und darüber hinaus - seines Cordon bleus (Fr. 41.-) wegen berühmt ist, bestellen wir natürlich genau das - und staunen ob der Form, die eher an eine Roulade erinnert. Macht aber nichts, denn Füllung (sehr saftig) und Äusseres (perfekt knusprig) Lassen nicht das Geringste zu wünschen übrig. Die beigelegten Pommes frites freilich kommen nicht annähernd an die herrliche Rösti heran, die auf dem Leberli-Teller (saftige Stückchen, viel Butter) platziert wurde. Auch die Vorspeisen - neben dem erwähnten Salat eine reife Avocado mit warmem Spargelsalat - schmecken so, wie es hier Sitte zu sein scheint: unaufgeregt, hübsch angerichtet, aromatisch. Dem Publikum kommt das zupass, es gibt sich in der «Brunegg» so entspannt, wie es in Zürich selten geworden ist. Ein Grüppchen junger Frauen am Nachbartisch greift sich die riesigen Rotweingläser nach Art einer Bowlingkugel am Kelch und vergisst für eine Weile die angelernten Benimmregeln; ein Pärchen betrachtet nach dem Mahl noch ausgiebig Fotos am mitgebrachten Laptop; ein Herr hat das Jackett zu Hause gelassen und kommt im Strickpullover offenbar direkt aus dem Fernsehsessel heraus. Sollte man mehr verlangen von einem Quartierlokal der sympathischsten Art? Nun ja, vielleicht noch eine etwas spannendere Weinkarte. Nichts gegen den ordentlichen Grünen Veltliner von Jurtschitsch (Österreich) oder den Ribera del Duero der Hacienda Monasterio, doch der verkostete Zürcher Weisswein stellt kein geschmackliches Erlebnis dar. Trüben kann diese Erkenntnis allerdings die Freude an der «Brunegg» nur ein paar Sekunden lang.