Restaurant Brunegg

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Restaurant Brunegg

Brunaustrasse 61

8002 Zürich

 

Tel: 043 222 48 66

Fax: 043 222 48 07

Wie zu Hause

Zürich geht aus 2007/2008

Vor zehn Jahren hatte man noch von einem einfacheren Gourmetlokal gesprochen. Heute kann man ein, Restaurant wie das «Brunegg» unter Quartierbeiz mit Stil einordnen, wovon es in Zürich inzwischen eine ganze Reihe gibt. Sie sind Ausdruck davon, dass sich Anspruch und Geschmack der urbanen Zürcher deutlich verbessert haben.

Das «Brunegg» ist die Verlagerung vieler heutiger Wohnzimmer, die einem aufgeklärten, konservativen Zeitgeist folgen. Überall etwas Design, bodenlange Vorhänge, viel korrekte Kunst an den Wänden und gepflegter Blumenschmuck. Das Licht hält knapp wach, bevorzugt eindeutig frisch Verliebte, zum Diskutieren lädt es jedoch kaum ein. Die Karte widerspiegelt den neubürgerlichen Geist der Innendekoration. Sie ist solide im Aufbau, auch in der Umsetzung. Das Motto, das Mirjam Kälin (Gastgeberin) und Philipp Stalder (Küche) befolgen, dürfte «ja keine Experimente» heissen. Eine mit lauwarmem Spargelsalat gefüllte halbe Avocado ist fein (Fr. 13.-), ebenso das Rindscarpaccio mit Olivenöl und frisch gemahlenem Parmesan (Fr. 16.50). Die Zutaten stimmen, die Handschrift ist zwinglianisch. Das Zürcher Geschnetzelte für 37 Franken – das Fleisch kantig geschnitten, die Champions frisch, die Rahmsauce schön bräunlich – überzeugt aufgrund der Tradition des Gerichtes. Gleiches gilt für das Quartier-Cordon-bleu (Fr. 39.-) ein tadelloses Kalbseckstück gefüllt mit Schinken und Gruyère, aussen geradezu knusprig, innen schön feucht mit fliessendem Käse; viel frisches Gemüse und ausgezeichnete Pommes frites runden diesen Hauptgang ab. Eher dezent ist die Freude bei den Desserts: Der Fruchtsalat ist saisonal korrekt aufgebaut (Fr. 11.50), die Panna cotta hat die richtige Konsistenz (Fr. 10.50). Nichts wird einem im korrekten «Brunegg» aufgeschwatzt, der Wein geradezu sparsam nachgeschenkt. Für deutsche Gäste, von denen es eine Reihe hat, ist das alles eine liebevolle Einführungslektion ins heutige Zürichtum. Herzlich lachen kann man auf dem WC - zumindest bei den Männern; der Comic über dem Pissoir ist wirklich lustig. Und schmunzeln darf man vor dem Lavabo mit den Nivea-Produkten, da fühlt man sich wie zu Hause.