Restaurant Brunegg
| Restaurant Brunegg Brunaustrasse 61 8002 Zürich |
Tel: 043 222 48 66 Fax: 043 222 48 07
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Zürich geht aus 2006/2007
Es ist schön, dieses Lokal zu betreten - es stürmt draussen, drinnen brennen bereits auf alten Tischen Kerzen (obwohl wir die ersten Gäste sind), die Einrichtung ist schlicht, der Empfang freundlich - man fühlt sich willkommen im Bijou von Mirjam Kälin und Philipp Stalder. Alles, was hier geboten wird, zeugt von Kompetenz und von intelligenter Bescheidenheit. In den gut zwei Jahren, seit die beiden hier wirten, haben sie sich etwas aufgebaut, das sich wirklich sehen lassen kann.
In der überschaubaren Karte finden sich mehrheitlich Klassiker, dazu kommt noch eine Empfehlung des Tages. Die Gerichte basieren auf frischen Produkten, vorwiegend aus der Region, das Fleisch stammt von glücklichen Tieren. Frisch und gesund soll es sein. Es gibt Schnecken, Kalbsleberli, Kutteln, Saltimbocca und für die Vegetarier gratinierten Röstitopf und marktfrische Gemüse mit Salzkartoffeln. Nichts Aufregendes, aber - wie sich herausstellen wird - aufregend gut.
Der gemischte Blattsalat wird mit den schon berühmten zwei verschiedenen Salatsaucen in der Bügelflasche an den Tisch gebracht. Die Tagesempfehlung, ein Rindsfilet (ausnahmsweise aus einer etwas weiter entfernten Region, den USA) mit einer Sauce Bearnaise, wie sie daheim kaum besser gemacht werden kann, mit gemischten Spargeln, entweder mit Pommes frites oder Risotto (auf Wunsch auch noch mit anderem Gemüse) - alles sehr fein: das Filet zart zum Schneiden und kräftig im Geschmack, das Rüebli, noch mit Grün dran, schön anzuschauen und sehr gut im Geschmack. Das Gleiche gilt für das Zürcher Geschnetzelte; es verdient sich unserer Meinung nach einen Platz unter den ersten drei am Zürcher Geschnetzelten-Himmel. Die Rösti dazu ist goldbraun, aussen knusprig, innen weich, richtig gesalzen und die Sauce zum Fleisch sämig, gut abgeschmeckt.
Es ist wunderbar, in einem Quartierrestaurant zu sitzen, in dem einfach alles stimmt. Die Leute um uns herum scheinen sich ebenfalls alle wohl zu fühlen, die meisten essen, später kommt noch jemand auf ein Glas vorbei. Auf der Weinkarte sehen wir einige Schweizer Weine, aber auch interessante Tropfen aus Italien, Frankreich und Spanien. Unsere Wahl fällt auf einen Amativo (60% Primitivo, 40% Negroamaro), weich und vollmundig, aber nicht zu breit, mit schöner Struktur (Fr. 59.-) - sehr zu empfehlen. Und zum Dessert gibt es noch einen klassischen Eiskaffee und eine Orangen-Panna-Cotta mit Brombeersauce und Früchten. Auch diverse Eissorten, Fruchtsalat, Schoggimousse, einfach altes, was zu einer traditionellen Karte gehört.
Der Wirt kommt nach dem Essen an den Tisch, man plaudert und hört, dass die Gäste eigentlich aus der ganzen Stadt kommen, nicht nur aus der nächsten Umgebung. Weil das Lokal unprätentiös ist, qualitativ gut und nicht so teuer, würden sich sogar Leute aus dem Seefeld hierher verirren.