Restaurant Brunegg
| Restaurant Brunegg Brunaustrasse 61 8002 Zürich |
Tel: 043 222 48 66 Fax: 043 222 48 07
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Zürich geht aus 2005/2006
Wysuppe, Schnecken und Läberli
Freundlich der Empfang, zwischen gemütlich und gediegen die Ambiance, ein Tisch mit guter Sicht auf Restaurant und Küche, ein viel versprechender Eurocave ganz in der Nähe und eine ganze Schuhschachtel voller Spielzeug für den Nachwuchs. Der Abend ist gerettet. Viel mehr als das. Wir sind überrascht, weil wir andere Vorstellungen vom Restaurant im schlichten, stilvollen 30erJahre-Gebäude hatten.
Wir sind ein bisschen früh dran, das Restaurant ist noch halb leer.
Erst jetzt, als sich das «Brunegg» langsam füllt, bemerken
wir, dass es die Chefin persönlich war, die uns so herzlich empfangen
hatte, Mirjam Kälin. Die ankommenden Gäste, gut aussehend, gut
angezogen und fröhlich, lassen sich von unserem Tisch wunderbar beobachten.
Wir nehmen mal an, dass viele aus dem Quartier sind, dem Kreis 2, einer
guten Wohngegend. Unser Blick wandert zur blitzblanken Küche, Chromstahl
soweit das Auge reicht, und mittendrin Küchenchef Philipp Stalder,
der mit viel Passion am Salzen, Rühren, Braten und Anrichten ist.
Der nahe Klimaschrank erfüllt fast jeden Weinwunsch, mit fair kalkulierten
Spitzenweinen und mit knapp 20 offenen Weinen, vom soliden Primitivo bis
zum noblen Hacienda Monasterio in der Magnum. Auch die Schuhschachtel
entwickelt sich zur Wunderbox, über eine Stunde zeichnen, radieren,
falten, Quartett spielen und Büchlein anschauen, das ist absoluter
Rekord. Die übersichtliche Speisekarte richtet sich nach der Saison,
mittags wird mit einem täglich wechselnden Angebot operiert, das
ab 10 Uhr auf der Webseite des Restaurants angeschaut werden kann. Die
Zürcher Wysuppe (10.50) ist absolut hervorragend, die sechs Schnecken
kommen, wie es sich gehört, sehr heiss auf den Tisch, das mit einer
schmackhaften, nachhaltigen Kräutersauce. Weiter geht es mit perfekt
abgeschmeckten Kalbsleberli Brunegg (28. ) und einem Hohrückensteak
Kreis 2 mit leicht karamellisierter Kruste und saftigem Innenleben (29.
). Sehr verlockend sieht auch das Quartier Cordon bleu und das Zürcher
Geschnetzelte aus; der Chef verwendet übrigens nur Fleisch, das aus
tiergerechter Haltung stammt. Die Dessertkarte bietet einige Leckereien
wie Tobleronemousse oder Orangen Panna Cotta, entscheiden könnte
man sich aber auch für etwas reifen Käse mit einem Glas Sauternes.
Heute nehmen wir den Bus, der 33er und 66er halten auf der anderen Strassenseite
im 15 Minutentakt. Und wenn wir wiederkommen, bestellen wird vorsichtshalber
bei Miriam Kälin einen Tisch, «den» Tisch natürlich.