Restaurant Brunegg
| Restaurant Brunegg Brunaustrasse 61 8002 Zürich |
Tel: 043 222 48 66 Fax: 043 222 48 07
|
CASH, 4. März 2004
Quartiertreffpunkt und Speiselokal in einem: Das Restaurant «Brunegg» überzeugt mit einem klaren kulinarischen Konzept und einer äusserst angenehmen Atmosphäre.
Das Brunauquartier kennen selbst Stadtzürcher vorab aus den Staumeldungen. Doch von Autobahn und Verkehrschaos ist im lang gezogenen Viertel zwischen Waffenplatz und Wollishofen kaum etwas zu spüren. Im Gegenteil: Es herrscht eine fast schon beschauliche Stimmung.
«Es ist ein bisschen wie in einem Dorf hier. Deshalb fühlen wir uns vielleicht auch so wohl» , sagt Mirjam Kälin. Sie ist in Einsiedeln aufgewachsen und führt mit ihrem Partner, dem Koch Philipp Stalder, das frisch renovierte Restaurant seit Anfangjahr.
Kulinarisches Multikulti gibt es in Zürich genug
Die Karte im «Brunegg» ist schnell gelesen. Es stehen vorab währschafte Zürcher Gerichte zur Auswahl. «Wir sind hier in Zürich, und kulinarisches Multikulti gibt es schon genug», begründet Philipp Stalder den Entscheid, sich auf lokale Spezialitäten zu konzentrieren.
Das rechtfertigt sich auf dem Teller mehr als genug: Die «Zürcher Wysuppe» (9.50 Fr.) zur Vorspeise schmeckt ausgezeichnet, ebenso der erfrischend natürliche gemischte Salat.
Das Lokal ist am Abend unseres Besuchs bis auf den letzten Tisch besetzt. Es scheint fast, als hätten die Quartierbewohner auf das neue «Brunegg» gewartet. Im Gegensatz zum Vorgänger-Lokal, einem Spunten alter Schule, fühlt man sich heute auch mit Anzug und Krawatte durchaus wohl.
Trotzdem wollen Kälin und Stalder keine Edelbeiz betreiben. «jung und Alt sollen hierjederzeit auch nur ein Bier trinken können», betont Mirjam Kälin. Das ist sicher auch im Sinn der Stadt Zürich, die das Restaurant über eine Stiftung von der früheren Besitzerin, der Feldschlösschen AG, übernommen hat.
Am Mittag gibt es Menüs speziell für Eilige
Als Hauptgang probieren wir die eigentliche «Pièce de résistance» der Zürcher Küche, das geschnetzelte Kalbfleisch an einer Champignonsauce mit Rösti (33 Er.). Eine durchwegs geglückte Wahl: Das Fleisch ist zart und auch die Rahmsauce hat eine schöne Konsistenz. Den Nachschlag aus dem Pfännchen vermisst man mehr aus Gewohnheit: Die Portionen sind für einen anständigen Hunger bemessen.
Auch die Kalbsleber mit Zwiebeln und Salbei (28 Fr.) überzeugt. Das würzige Geschnetzelte wird mit einer wunderbar buttrigen Rösti serviert. Kalorienspalter wird das zwar nicht glücklich machen, nur sind, die im «Brunegg» ohnehin am falschen Ort. Wir aber schätzen, dass wir ein kleines Bügelfläschchen mit der sämiger «Brunegg»-Salatsauce als kleine Aufmerksamkeit des Hauses mit auf den Heimweg bekommen.
Am Mittag bietet das «Brunegg» verschiedene Menüs (ab 16 Franken). Dabei wird dem Tempo eine grosse Bedeutung beigemessen: «Der Gast soll nach spätestens 45 Minuten wieder zurück zur Arbeit können», sagt Mirjam Kälin. Schliesslich öffnet das «Brunegg, ja auch schon um 17 Uhr wieder für den Apéro.
Luzi Weber